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Michael Brandt

Michael Brandt

Frühe Homininen.

Eine Bestandsaufnahme anhand fossiler und archäologischer Zeugnisse.
Studium Integrale Special.

Vorwort

Das zentrale Forschungsziel der Paläoanthropologie besteht in der Rekonstruktion der vermuteten stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen. Nach heutiger Vorstellung haben Mensch und Schimpanse einen gemeinsamen großaffenähnlichen Vorfahren. Alle Arten der Gattung Homo einschließlich des heute lebenden Menschen (Homo sapiens) sowie die vermuteten ausgestorbenen Vorfahren des Menschen nach der Abspaltung vom gemeinsamen Vorfahren von Schimpanse und Mensch werden als Hominine bezeichnet.

Frühe Hominine sind ein besonderer Brennpunkt evolutionsbiologischer Forschung, geht es doch darum, den hypothetischen Übergang von affenartigen Formen zum Menschen plausibel zu machen. In diesem Band werden zu verschiedenen Aspekten der frühen Homininen neue Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert.

Bei den beiden neu entdeckten Arten Australopithecus sediba und Homo naledi wird der Frage nachgegangen, wie menschenähnlich diese Wesen waren und ob sie sich plausibel in einen evolutionären Stammbaum des Menschen einordnen lassen.

Im Weiteren werden Gründe dafür aufgezeigt, warum Fossilien, die älter als der echte Mensch Homo erectus sind, nicht überzeugend zur Gattung Homo gestellt werden können. Dagegen weisen neue Forschungsergebnisse zu Hinterlassenschaften von Homo erectus und Homo heidelbergensis darauf hin, dass schon die Frühmenschen über Fähigkeiten verfügten, die denen des Homo sapiens kaum nachstanden.

Neu entdeckte sehr alte Steinwerkzeuge aus Afrika und Asien werfen die Frage nach ihren Herstellern auf. Waren es nichtmenschliche Homininen wie Australopithecus afarensis und Kenyanthropus platyops oder gar fossile Großaffen oder sind nur Menschen zur Werkzeugherstellung fähig? Zur Beantwortung dieser Frage werden die Produkte von Steinsplitterungen heute lebender nichtmenschlicher Primaten einer eingehenden Betrachtung unterzogen und die motorischen und geistigen Fähigkeiten der frühen Homininen anhand der Knochenüberreste beurteilt. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei Australopithecus afarensis und die Frage, ob dieses Wesen Werkzeuge herstellen konnte.

Außerdem wird anhand des Nahrungsverhaltens diskutiert, ob die nichtmenschlichen Homininen überhaupt einen Verwendungszweck für Steinwerkzeuge in großer Zahl hatten.

Insgesamt zeigt sich, dass nach aktueller Kenntnis der neuesten Fossilfunde und Artefakte eine deutliche Grenze zwischen eindeutig menschlichen und nichtmenschlichen Homininen begründet vertreten werden kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie sicher sind Deutungen in der Paläanthropologie?
    Australopithecus sediba und sein merkwürdiges Merkmalsmosaik
  2. Homo naledi – neuer Hominine mit vielen Fragezeichen
  3. Unterkiefer LD 350-1 aus Äthiopien
    Bindeglied zwischen „Affenmensch“ und Mensch?
  4. „Homo“ habilis war kein Mensch
    Kluft zwischen fossilen Menschen und Menschenaffen größer geworden
  5. Frühmensch ein „Missing Link“?
    Die Schulter von Homo erectus
  6. Urmensch Homo erectus konnte doch sprechen
  7. Frühmenschen mit modern-menschlichen Fähigkeiten
    Paradigmenwechsel in der Ursprungsforschung des Menschen
  8. Können Schimpansen wie Menschen Steinwerkzeuge herstellen?
  9. Nutzten „Vormenschen“ ihre Hand wie moderne Menschen?
  10. Wer waren die frühesten Steinwerkzeughersteller in der Menschheitsgeschichte?
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SCM Hänsler Verlag, 2017
Reihe STUDIUM INTEGRALE
Paperback 297 x 210 (DIN A4), farbig, 204 Seiten, 117 Abb., 10 Tab.
 
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